|
zurück
zum Landboten
|
Merz
in China
Morikawa Kusaemon. Havelsee. Im
Lande unter den Eichen gibt es ein Sprichwort: „Wer einmal lügt, dem glaubt
man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht.“ Wir sind uns sicher,
die große Nation des Reiches der Mitte verfügt über eine ähnlich lautende
Weisheit.
Nun wird sie von jemandem besucht, der in seiner Heimat kaum als das Orakel
der Wahrheit bekannt ist. Eher ist das Gegenteil der Fall.
Als ob das noch nicht genug ist, schließt sich dieser Besuch auch noch
an einen Skandal an, welcher bei den Chinesen noch lange nicht vergessen
sein dürfte. Wir reden von dieser Ungeheuerlichkeit, welche Deutschlands
unseligste, unsäglichste und unerträglichste Vertreterin im Ausland mit
ihrer feministischen Außenpolitik in ihrer völligen ideologischen Verblendung
anrichtete, als Sie Kaiser Xi als Diktator bezeichnete. Das mag in der
Sache so stimmig sein, wie es will – es berücksichtigt jedoch in keinem
Falle die „regelbasierten“ Gepflogenheiten der Diplomatie.
Warum wir das Wort „regelbasiert“ so süffisant zitieren? Nun, es gehörte
zum Lieblingsvokabular dieses diplomatischen Totalausfalls, der nun ein
lebendiger Beweis für die Richtigkeit des Peter-Prinzips darstellt, das
besagt, dass man nach Erreichen einer bestimmten gesellschaftlichen Position
nur noch nach oben fallen kann, bis man die Stufe seiner absoluten Inkompetenz
zum Schaden aller Beteiligten erreicht hat.
Diese Außenministerin materialisierte in ihrer Person die Redewendung,
die sich mit denjenigen befasst, welche Wasser predigen, während sie selbst
den besten Wein saufen. Regeln sind ihr ganz offensichtlich scheißegal,
sobald diese sie selbst betreffen. Regeln gelten halt immer nur für die
anderen, nicht wahr?
Solcherlei Regeln lassen sich jedoch – ähnlich wie physikalische Gesetze
– eine Weile lang ignorieren – abschaffen lassen sie sich nicht. Wenn
man das realisiert, ist gewöhnlich der Zeitpunkt gekommen, an dem diese
Regeln ihre Außenstände eintreiben, und zwar mit Zins und Zinseszins.
Halten wir also fest, dass diese Frau, mit deren Namen wir unsere Gazette
nicht belasten wollen, den Boden der Beziehungen zur neuen Supermacht
im Osten nachhaltig kontaminiert hat. Von vermintem Gelände zu sprechen
wäre also nicht verfehlt.
Nun reist also Herr Merz nach China. Was kann er wollen, nachdem nun auch
sein Außenminister im Oktober letzten Jahres von China hinsichtlich seines
geplanten Besuches völlig berechtigt eine drastische Klatsche einstecken
musste?
Was zeigen uns diese Ereignisse? Was hätte man Merzen im Vorfeld fairer
Weise mitteilen müssen?
Erstens: Die Chinesen beobachten die Ereignisse auf dem
Alten Kontinent noch immer sehr genau und registrieren sie weitaus schneller,
als das noch zu Zeiten Marco Polos und des gemutmaßten Priesterkönigs
Johannes der Fall gewesen sein mag.
Zweitens:
Sicher, dieses Europa spielt nicht mehr in der Liga, in welcher es unterwegs
war, als China sich noch mit Maos Kulturrevolution herumschlagen musste
und kaum über den Status eines Entwicklungslandes verfügte.
Es sind auch nicht mehr die Zeiten, als Legionen chinesischer Wirtschaftsspione
in Europa einfielen, um dessen führende und Spitzentechnologie abzugreifen,
damit sich die heimische Gesundung der Nationalökonomie etwas beschleunige.
China ist auch keine verlängerte Werkbank der Welt mehr.
China ist drauf und dran, den vergreisenden Uncle Sam vom globalen Throne
zu schubsen.
Wir wagen zu behaupten, dass dies auch schon längst der Fall gewesen wäre,
wenn China nicht gegen die indogermanische Sprach- und Schriftbarriere
anzukämpfen hätte. Das ist die letzte Festung der Yankees und ihrer internationalen
Symbionten.
China ist selbstbewusst. China formuliert seine eigenen Interessen und
China sucht sich seine eigenen Verbündeten – nach ganz pragmatischen Erwägungen.
Europa hat seine alte, imperiale Rolle längst ausgespielt. Der Vorhang
ist gefallen. Aber zum zänkischen Störenfried in der sich neu ausrichtenden,
multipolaren Weltordnung taugt es noch allemal.
Drittens: Russland hat China nichts getan - im Gegenteil.
Die Schüsse am Amur sind längst verhallt. Mit dem Einmarsch in die Ukraine
schafft Russland ein Freilandexperiment, das zur Blaupause für die Rückgewinnung
der Insel Formosa taugen kann, auf die Tschiang Kai Tschek mit seinen
Kuomintang einst vor Maos mörderischen Roten Garden geflohen ist. Klappt
das mit dem Donbass und der Krim – dann könnte es auch für Taipeh eng
werden. Darum geht es.
Merke: Recht hat immer derjenige, der die Macht hat. … solange er sie
hat!
Viertens: Europa erweist sich als machtlos, die USA entpuppen
sich von Tag zu Tag mehr als zahnlose Papiertiger und die UNO, die sich
diese jammervolle Führung aufzwingen lassen musste, spielt nun gleich
gar keine Geige mehr. Sie ist bis auf die Knochen gedemütigt durch Donalds
merkwürdigen „Friedensrat“ und ihre gegenwärtig amtierende Präsidentin
der 80. Generalversammlung.
Fünftens: Die UNO wird nur noch als kraftlose, multinationale
Finanzmelk- und Geldverbrennungsmaschine wahrgenommen, wie die rege Teilnahme
vieler Nationen an diesem merkwürdigen Paralleluniversum und UNO-Gegenentwurf
beweist.
Bezeichnenderweise hat der Kreml seine Minsker Vasallentruppe zum „Friedensrat“
geschickt und verhielt sich selbst, genau wie seine chinesischen Nachbarn,
zumindest erst einmal nicht ablehnend, wie etwa die EU mit Ausnahme der
Ungarn und der Bulgaren, die mit wehenden Fahnen in die Arme Donalds des
Schrägen stürmten.
Das alles hätten anständige und auf sachliche Expertise bedachte Berater
zu bedenken gegeben, wenn sie selbst über derlei Erkenntnisse verfügt
hätten und gleichzeitig in der Lage gewesen wären der Versuchung zu widerstehen,
sich selbst zu Ohrenbläsern zu verzwergen, denen es mutmaßlich nur um
den Erhalt und die Sicherung ihrer Posten zu tun ist.
Wer möchte auch schon gern als nächster in den Vorsitz der UNO abgeschoben
werden. Dann lieber in Ketten nach Magadan oder an einen echten ukrainischen
Frontabschnitt mit russischen Soldaten in Sichtweite! Da ist man dann
wenigstens der internationalen Aufmerksamkeit und somit der globalen Lächerlichkeit
entzogen oder darf zumindest auf baldige Erlösung hoffen.
Nun, Merz fährt also nach Peking. Na, klingelt da was? Wir helfen mal
kurz nach. Wer kommt zu wem? … immer noch nicht? HALLO! WER BESUCHT HIER
WEN?
Versuchen Sie sich mal vorzustellen, ein chinesischer Kaiser, Ministerpräsident,
Außenminister würde Deutschland besuchen. Na? Dämmert’s jetzt?
Solche Besuche sind immer unzweifelhafte Diagramme des Macht- und Bedeutungsgefälles.
Der Supplikant geht zum Fürsten, nicht umgekehrt.
Wann könnte man Herrn Merz in Bangladesch erwarten? Richtig: Niemals!
Denn das sind ganz arme Teufel, keine Rohstoffe, keine geostrategische
Bedeutung und vom Absaufen in den Fluten des indischen Ozeans sind sie
auch noch bedroht.
Man geht zu dem, von dem man etwas will, der einem etwas geben kann. Deshalb
kommt kein chinesischer Spitzenpolitiker nach Deutschland. Wozu? Was es
für die Chinesen hier zu holen gab, ist längst ausgebeutet. Die Mine Deutschland
kann aufgelassen werden. Status: Technisches Denkmal. Dahin schickt man
mal seine Kinder zum Schulausflug. Im täglichen Geschäft verschwendet
man keine Zeit damit!
Also ist der Sauerländer auf Betteltour. Natürlich viel zu spät. Wie immer.
Frau Merkel wusste schon, warum sie den seinerzeit in die Wüste schickte.
Die Chinesen haben sich längst mit den Russen verständigt, die sibirischen
Bodenschätze sind ein starkes Argument und auch sonst versteht man sich
blendend, weil den Russen die bornierte Arroganz des Westens abgeht. Die
wissen, wie man sich einem starken Nachbarn gegenüber respektvoll verhält
und gegenseitige Vorteile sondiert.
Zudem spielt noch der alte Groll gegen alle von den Europäern und gerade
den Deutschen erfahrene Unbill eine gewichtige Rolle. Die brüskierten
Chinesen lächeln zwar höflich, aber vergessen tun sie keineswegs. Warum
sollten sie auch? Vom Boxeraufstand bis zur Verleihung des Diktatorentitels
an Kaiser Xi – was sollte sie veranlassen den Deutschen warme Gefühle
entgegenzubringen? Kuka, Krauss-Maffei, Putzmeister, Grammer, Medion und
viele andere mehr gehören doch schon ihnen.
Nun, sie sind höflich genug, den Fritze zu empfangen. Soll er sich ruhig
mal schon in seine Rolle als späterer Provinz-Satrap hineinfühlen, wenn
im Bertelsmann-Lexikon des Jahres 2050 unter dem Stichwort „Deutschland“
zu lesen ist: „… unbedeutendes Freiluftmuseum am Ende der Neuen Seidenstraße.“
Ja, sie empfangen den Fritze. Die Zeichen sind günstig und möglicherweise
kursieren bei den Beamten im chinesischen Außenministerium die Zeichen
有用的白痴 (Yǒuyòng de báichī). Das ließe sich despektierlich mit „nützlicher
Idiot“ übersetzen. Immerhin kriselt es gerade im Vasallen-Verhältnis der
deutschen Regierung zu den USA. Was daraus folgt?
Wenn man noch ein bisschen Köder an den Haken macht, auf dass der Fritze-Barsch
nicht widerstehen kann, könnte man Uncle Donald vielleicht einen ganz
ordentlichen Fisch aus dem Teiche klauen, wie das bereits auf alten chinesischen
Seidenmalereien antizipiert wurde: Die Chinesen zeigen doch seit Jahrtausenden
mit ihrem Kung-Fu, wie sehr sie von der Tierwelt zu lernen bereit sind.
Das wäre also die Fischreiher-Technik.
Zudem würde man auch die EU destabilisieren, deren eines Ende der Achse
Deutschland als Hauptzahlmeister ja immer noch ist. Der Köder bräuchte
angesichts des in Deutschland obwaltenden, progredienten Schwachsinns
seit 2015 nicht einmal besonders fett sein. Ein paar Häppchen reichen
schon.
Denn Deutschland befindet sich mit seiner imbezillen Deindustrialisierungs-
und seiner völlig anencephalen Energiepolitik im freien Fall – ohne Netz
und doppelten Boden.
Es bedarf so wenig, um den Fritze in chinesische Seide einzuwickeln, bis
er quietscht.
Man besinne sich nur auf den ohrenbetäubenden Jubel von Flintenuschi,
als ihr der ehemalige Stern in der Krone des Empires ein bisschen Zollfreiheit
zugestanden hat. Herrn Modis Huld war wie ein Schlückchen Wasser aus der
Feldflasche für den Verdurstenden in der Wüste.
Merz muss mit irgendetwas aus China zurückkommen! Ein paar unverbindliche
Worte werden da nicht reichen. Sonst ist er in Deutschland endgültig erledigt
und das Land kann vor einer blauen Machtübernahme nur noch durch die schon
jetzt aufkommende schamlose Selbstversorgungsmentalität der Blauen verhindert
werden. Nein, nicht verhindert – bestenfalls um eine halbe Legislaturperiode
aufgeschoben…
Denn ein Lügenfritze hat weder die Ressourcen noch das Format, das Ruder
für die abgehalfterte einstige Wirtschaftsnation herumzureißen. Die allgegenwärtigen
Defizite sind allerorten zu groß und zu offensichtlich. Die gesellschaftlichen
Naturgesetze machen bereits die Rechnung auf.
Wir aber beginnen uns zu fühlen, wie der Matrose Gales von B. Travens
Totenschiff „Yorikke“: Gigantischer Versicherungsbetrug durch gezielt
herbeigeführtes Absaufen des Seelenverkäufers voraus! Ahoi!
|