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Guantanamo und die Achse des Bösen


Michael L. Hübner. Havelsee. „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ So spricht unser Erlöser, der Reb Jeshua von Nazareth, der Sohn Gottes, laut Matthäus 25Vers 40.

Ihn führt die „allerchristlichste Nation der Welt“, die Yankees, unentwegt und blasphemisch im Maul und preisen sich als die Blaupause jeglicher Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und sind doch nichts als eine verderbte Räuberbande.

Denn jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Das schwächste Glied in der Kette der Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie der USA aber ist
Guantanamo.

Guantanamo konterkariert die prophetischen Worte Robert H. Jacksons vor dem Nürnberger Tribunal und degradiert diese große Rede zur billigsten Farce. Guantanamo ist das Pendant zur Prinz-Albrecht-Straße und stellt dessen Täter auf eine Stufe mit den Knochenbrechern der Gestapo.

Wobei beide, die braunen und die Yankee-Schergen zutiefst davon überzeugt sind das Richtige für eine gute Sache zu tun, gerade so, wie jene SS-Monster, welche im Osten kleine Kinder liquidierten, um ihnen a) das Elend des elternlosen Heranwachsens zu ersparen und b) keinen zukünftigen Rächer ihrer Eltern heranwachsen zu lassen. Just so, wie’s ihnen der Zyankali-Heini und ReichsführerSS in Posen ins Stammbuch geschrieben hat.

Jede Nation hat das Recht, sich gegen Terror zur Wehr zu setzen, selbst die Yankees. Auch wir verurteilen das furchtbare Attentat vom 11. September 2001 aus tiefstem Herzen, verkennen dabei aber keine Sekunde lang, wie die Amerikaner es über Jahrzehnte mit der gnadenlosen Misshandlung, Geringschätzung und Ausbeutung der arabischen Nationen getreu dem Newtonschen Prinzip „actio est reactio“ selbst vorbereiten halfen.

Wenn ich jemanden im Bewusstsein eigener Überlegenheit und Unangreifbarkeit jahrzehntelang schurigle, mit Füßen trete und ihn behandle wie einen räudigen Köter und mich dann wundere, dass der bei der ersten Gelegenheit zurückschlägt, dann zeugt dies von einem pathologischen Größenwahn, hemmungsloser Ignoranz, bodenloser Dummheit oder von einer toxischen Mischung von allem.

In Guantanamo spuckten die Yankees auf jegliches Völkerrecht und auch auf jegliches nationale Recht und das taten sie, weil sie es konnten und es niemanden gab, der ihnen in den Arm hätte fallen können. Das wussten sie.

Sie wussten, dass es nie einen Jackson geben würde, der ihre staatlichen und institutionellen Verbrecher in Nürnberg oder dem Haag würde zur Rechenschaft ziehen können. Doch sie zerstörten, indem sie schranken- und bedenkenlos jegliche Rote Linien überschritten, den eigenen Mythos bis auf die Grundmauern.

Die Achse des Bösen, von Reagan so benannt und zwischen Pjöngjang und Tripolis verortet – Moskau inbegriffen – verläuft in Wahrheit zwischen dem Kapitol, dem Repräsentantenhaus und dem Weißen Haus. Sie verläuft zwischen L. A., Las Vegas, Houston bis nach Washington.

Es ist eine alte Weisheit, dass sich der Wert eines Menschen nicht in erster Linie danach bemisst, wie er seine Freunde behandelt, sondern, wie er mit seinen Feinden umgeht.

Der Graph zwischen Guantanamo und Santiago de Chile, zwischen My Lai und Nogeun-ri, zwischen den Fischerbooten von Venezuela und dem Gefängnis von Abu Ghraib weist diesen Wert deutlich und unwiderlegbar aus. Das Land, das mit Südafrika und Rhodesien gemeinsam noch vor fünfzig Jahren zu den letzten Apartheid-Staaten dieser Welt zählte und dem alle Feigenblätter der Welt nicht helfen würden seinen noch immer offenkundigen Rassismus zu verbergen, das als „rechtsstaatliche Demokratie“ noch immer die Todesstrafe in einem unerträglichen Ausmaß praktiziert, das seine verfluchten Waffengesetze nicht in den Griff und dafür ein Schulmassaker nach dem anderen Amoklauf als Quittung präsentiert bekommt, darf vom Preußischen Landboten nur eines erwarten – abgrundtiefe Verachtung.

Es war ein preußischer Offizier, der maßgeblich half, diese Nation aus der Taufe zu heben, welche die Ureinwohner des nordamerikanischen Kontinents in einem erbarmungslosen und von hemmungsloser Gier getriebenen Vernichtungsfeldzug genozidierte. Der Mann hieß Steuben, Friedrich Wilhelm von Steuben aus Magdeburg.

Die Geschichte und der Preußischen Landbote verstoßen diesen Offizier aus den Reihen der Preußischen Armee, denn er half die Büchse der Pandora zu öffnen. „Gut gemeint“ kann hier kein entlastendes Argument sein, denn „Gut gemeint“ ist der Sklave und das Synonym des Bösen.

Im Übrigen zeigt sich die Ehrvergessenheit dieser Nation in ihrer aktiven Mitwirkung an der Auflösung des Staates Preußen im Jahre 1947 – in gewisser Weise ein Vatermord, heuchlerisch und verlogen, wie beinahe alles, was aus den USA kommt: Denn, sie erschossen Preußen nicht etwa auf dem Sandhügel, weil der fette Morphinist und Selbstmörder Hermann Meyer dessen letzter Ministerpräsident gewesen ist.

Sie erschossen das Rote Preußen, das einzig wahre Preußen, das Preußen der Toleranz, des Fortschritts, der Demokratie und der Menschlichkeit, das vorher von den Nazis bereits hinterrücks niedergestochen worden war und welches die Nazis trotz aller Anstrengungen nie recht in den Griff bekommen hatten.

Leider haben sich auch die anderen alliierten Siegermächte, einschließlich der Russen, an diesem Assassinat beteiligt – diese Schande trifft zu unserem größten Bedauern auch sie. Die meisten der Nazis ließen die Sieger aus pragmatischen Gründen am Leben – siehe Wernher von Braun und Konsorten – am Staate Preußen jedoch kühlten sie ihr Mütchen. Das kostete sie nichts. Es war ebenso billig wie verlogen und verräterisch. Sie droschen auf den Sack ein, weil sie den braunen Esel noch gut gebrauchen konnten.

Doch zurück zu den Yankees. Sicher, auch die Russen hatten ihre Gulags und ihren Erzschweinehund und pseudoroten Freisler, Andrjuscha Januarjewitsch Wyschinski. Doch die Russen sahen sich nie als die leuchtende Fackel der Freiheit und der Menschenrechte. Sie verkörperten die knallharte Diktatur des Proletariats nach dem Drehbuch der Farm der Tiere – also die Diktatur des pseudokommunistischen Bonzentums.

Weitaus übler sind die, welche vorgeben, das Banner der Freiheit so hoch zu halten, wie die New Yorker Hafenbraut ihre Fackel, in Wahrheit den Schergen Kaltenbrunners und Schellenbergs jedoch in nichts nachstehen. Der Komparse Reagan meinte, das Reich der Finsternis läge in Moskau.

Wir aber lassen uns eher vom Licht des Sterns über dem Erlöserturm am Roten Platz den Weg erleuchten, als von der verlogensten Fackel der Welt über der Hafeneinfahrt von New York. Denn wer dort eintritt, der lasse alle Hoffnung fahren. Amen.

32. Volumen
© B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003
07.02.2026