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Ein Hurra auf unsere tapfere Polizei!

In Bochum gehörloses 12jähriges Mädchen niedergeschossen

In der DDR gab es einen Witz: Es klopft an der Wohnungstür. Der Vierjährige fragt durch den Briefschlitz: „Wer ist da?“ Eine zarte, schmeichelnde Stimme antwortet: „Ist dein Papi zuhause?“ „Nein!“ „Ist deine Mami zuhause?“ „Nein!“ „Habt ihr einen Hund!“, „Nein“ … Dann brüllt es: „Aufmachen! Deutsche Volkspolizei!“ … manchmal ist das Volk in seinen Sottisen doch recht feinsinnig und beweist ein untrügliches Gespür für die Natur der Dinge.


Don M. Barbagrigia. Rathenow. Warum zum Teufel brauchen wir den Iwan zu Feind? Wir haben doch die deutsche Polizei. Wer so eine Polizei hat, der braucht keine Feinde mehr!

In Bochum haben unsere tapferen „Freunde und Helfer“ ein 12jähriges gehörloses Mädchen mit einem Taser und ein paar Schüssen aus ihren Pistolen niedergestreckt.

Das Mädchen hielt sich „widerrechtlich“ bei seiner ebenfalls gehörlosen Mama auf, der von irgendeinem Familiengericht das Sorgerecht für ihre Tochter entzogen worden war.

Das Mädchen war in einem Heim untergebracht, aus dem es entwischte.

Offensichtlich passte ihm die Heimunterbringung nicht. Na ja, das versteht man. Ganz sicher sind die Zeiten vorbei, da sich westdeutsche Kinderheime kaum von den Jungendwerkhöfen der DDR unterscheiden ließen.

Doch für die Kinder dürften diese Heime auch heute noch kein Paradies sein – bestenfalls eine erträgliche Alternative zu einem prügelnden oder verwahrlostem Elternhaus.

Also büxt die Lütte aus und natürlich zu – Mama! Offensichtlich hat sie keinen Sinn für die Rigidität westdeutscher „Jungendfürsorge“. Die quakt natürlich sofort nach der Polizei und die Häscher machen sich dienstbeflissen auf den Weg.

Mama diskutiert anderthalb Stunden an der Wohnungstür – dann verschaffen sich die Polizisten Zutritt, fesseln die widerständige Mama.

Möglicherweise wollte das Kind seiner gepeinigten Mutter beispringen. So tief kann die Kluft also zwischen Mutter und Tochter nicht gewesen sein. Die Mutter wollte ihre Tochter nicht herausrücken, das Kind wollte bei Mutti bleiben – aber Mutti lag auf dem Fußboden. Die Polizisten hatten gezeigt, wer hier das Sagen hat.

Doch nicht mit der kleinen kämpferischen Amazone! Die kommt mit zwei Messern aus der Küche auf die Ordnungshüter zugerannt.

Natürlich haben die ein Recht auf Selbstverteidigung. Aber gibt es da nicht eine Angemessenheit in der Wahl der Mittel? Nehmen Sie mal eine Luger-Borchert Parabellum M08 zur Hand und strecken den aggressiven Messermann nieder, der Sie nachts im Fußgängertunnel unhöflich auffordert ihm Ihre Brieftasche und das Smartphone auszuhändigen! Machen sie mal! Danach hören Sie sich an, was Ihnen der Staatsanwalt über die Verhältnismäßigkeit in Notwehrsituationen erzählt, bevor Sie ins Gefängnis wandern.

Aber gut. Der eine Polizist holt den Elektroschocker heraus. Dem anderen reicht das jedoch noch lange nicht. Der ballert das Kind nieder.

In den sogenannten No-Go-Areas deutscher Städte sieht man die Ordnungsmacht nicht mehr. Die Clans machen mittlerweile, was sie wollen.

Ein kleines Mädchen über den Haufen schießen, dafür reicht es noch. Kein Judo in der Polizeiausbildung? Kein Aikido, Sambo, Messerabwehr oder was dergleichen mehr sein mag? Der Taser langt nicht, um die Offensive des Kindes zu stoppen?

Wir waren nicht dabei. Allein - die Meldung klingt schon ungeheuerlich.

Bei einem Mädchen, das zu seiner Mama will, zeigt der Staat seine Zähne, knallhart, unbarmherzig. So wie bei Parksündern und Steuerhinterziehern der unteren Einkommensgruppen. Da ist dieser Staat wer. Eine Flintenuschi zur Herausgabe kompromittierender Korrespondenzen zu bewegen, da wird er weich, da wird er nachgiebig, da wird er saft- und kraftlos.

Uns bleibt nur die abgrundtiefe Verachtung!

Wenigstens glänzt die deutsche Polizei noch im „Tatort“, dem „Polizeiruf 110“ oder anderen gähnend langweiligen Krimiserien.

Wenn wir sonst sämtliche weiteren Berührungspunkte mit dieser „Exekutive“ vermeiden können, soll uns das genug sein und wir danken unserem Schöpfer für jeden Tag, der uns den Anblick dieser Leute erspart, denn wir haben sie bisher nur sehr selten anders als borniert, arrogant und hochfahrend uns gegenüber erlebt, die wir sie mit unseren Steuergeldern durchalimentieren.

Wir wissen, die sind notwendig zum Überleben einer zivilisierten Gesellschaft. Das wollen wir auch nicht kleinreden. Aber unsere „Freunde“ suchen wir uns aus und auf „Hilfe“ von denen verzichten wir, selbst wenn wir einer Kompanie von Straßenräubern gegenüberstünden. Lieber in Ehren gefallen, die Wunden vorn, als uns von denen schützen lassen zu müssen.

32. Volumen
© B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003
19.11.2025