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Schafe und Wölfe

 

Michael L. Hübner. Brandenburg an der Havel. Der deutsche Schatz an Sprichwörtern ist so ziemlich der einzige Reichtum, welcher dem deutschen Volke noch verblieben ist.

Da heißt es zum Beispiel: Das Gegenteil von „gut“ ist nicht „böse“, sondern „gutgemeint“. Im antifaschistischen Sinne scheint es die gegenwärtige staatshörige deutsche Medienlandschaft nur allzu gut gemeint zu haben.

Sie trommeln wie blöde gegen die AfD, verteufeln diese, belegen die blaue Opposition mit irrationalen Attributen, welche die Wähler dieser politischen Strömung zu aussätzigen Paria stempeln soll.

Wir sind keine AfD-Gefolgschaft, weiß Gott nicht, das passt nicht zu Bolschewiken – aber was die Demokraten von eigenen Gnaden“ mit den Blauen anstellen, geht entschieden zu weit!

Dass ein solches Propagandafeuer bei vielen Deutschen immer noch Wirkung zeigt, daran ist die AfD leider nicht schuldlos, weil diese den entscheidenden Fehler beging, nur um der schnöden Zuwachszahlen willen vielen Nazis Obdach unter dem weiten Mantel ihrer Partei zu gewähren.

Das brachte die Blauen in einen erheblichen Misskredit.

Dennoch wuchs aufgrund des eklatanten Versagens der sogenannten etablierten Parteien und des geschickten Agierens der Blauen die AfD zu einer nicht mehr zu ignorierenden Macht heran.

Lange, allzu lange, hatte sich die offizielle deutsche Medienlandschaft in ihrem ideologisch aufgeheizten Wahn verrannt und folgerichtig auf einen sterbenden Gaul gesetzt, als sie am Ende noch versuchte, das deutsche Volk schulmeisterlich auf den „richtigen Weg“ zu bringen.
Der Geist der Aktuellen Kamera mochte sich schier kringeln vor hämischem Vergnügen.

Von dieser Art Systempresse angewidert, wandte sich das Volk letzten Endes in immer größer werdendem Umfange auch von ihr ab und es wunderte einen nur noch, wie so manches regionale und überregionale Käseblättchen von Monat zu Monat um die überfällige Konkurserklärung herumkommt.

Die Medien vergaßen Karl Marxens Wort, dass die erste Freiheit der Presse darin bestünde, eben KEIN Geschäft zu sein.

Doch, Karlemann! Die haben sich ans Geschäft und an den Mammon verkauft. Profitstreben aber zeugt Abhängigkeiten.

Die Monopolisierung und die gegenseitigen Verflechtungen auf vielen Ebenen führten dazu, dass der alte Spruch, niemand könne an BILD vorbeiregieren, zur Makulatur verkam.

Zumal wir mit dem amtierenden Kanzler einen völlig schmerzfreien, verantwortungsresistenten und rücktrittsunwilligen Regierungschef haben, an dem sämtliche Verrisse seitens der Medien abperlen, wie an nanobeschichtetem Teflon.

Damit stellt er sogar die Altkanzlerin Merkel in den Schatten. Jeder anständige und ehrbewusste Reichstagspolitiker, Landrat, Minister, Kanzler … hätte sich bei derartigen Umfrageergebnissen mutmaßlich erschossen, weil er die Schande nicht ertragen hätte.

Herrn Merz aber ficht das nicht weiter an. „Aber da sind doch noch ein paar Figuren, die mir vertrauen …“ Das ist sein Verständnis von Demokratie. Wahrscheinlich sieht er sich als einsamen, missverstandenen Heroen, der trotz heftigstem Gegenwinde seinen Posten wacker hält, um ihn nur nicht der AfD zu überlassen.

Wir möchten das gerne glauben, weil wir sonst mit bangem Herzen darauf gefasst sein müssten, dass er jeden Augenblick auf den Trichter käme nach Wenck zu brüllen.

Mittlerweile werden nun aber die um Marktanteile ringenden politischen Medien realisiert haben, dass Buffethäppchen bei der Bundespressekonferenz und ein paar nette Gespräche am Rande des Bundespresseballs die Verluste am Kiosk und bei den schwindenden Abonnements-Zahlen auch nicht mehr wettzumachen vermögen. Pinocchio kann ihnen die auch nicht ersetzen.

Tja, dumm gelaufen! Hätten sie sich beizeiten ihr altes journalistisches Ethos bewahrt und nur ganz dezent Parteilichkeit durchschimmern lassen, wie es jedem einer politischen Richtung verpflichteten Blatte oder Sender gestattet ist, dann wäre es wohl der Mehrheit ihrer Leser und Hörer nicht aufgefallen.

Die Schafe unter den Lesern hätten weiter stumpf aus der Wolle geguckt und die Zahl der knurrenden Wölfe wäre überschaubar geblieben. So aber …

Die deutschen staatsnahen Medien haben sich etwas zu fest an den absaufenden Kahn gekettet und werden ihre Fesseln nun kaum mehr los. Verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit.

Fatal für sie ist, dass sie ihre Deutungshoheit an die sogenannten Social-Media-Angebote verloren haben. Ihre letzte Hoffnung besteht allerdings noch in deren dislozierter „Verstreutheit“. Das bedeutet, die etablierten Medien können ihre einseitigen Botschaften auf Regierungslinie noch in konzentrierter Form und mit großzügig vom Staate unterstützter – wenn auch dem Geist des Grundgesetzes widersprechender – Form aussenden.

Wären sie jetzt alert, könnte dieses letzte As im Ärmel einen klitzekleinen Rettungsanker bedeuten.

Dazu aber müssten sie sich konsequent von den Fesseln befreien, die sie sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte selbst umlegten.

Allerdings wäre selbst diese Hoffnung auf dünnem Eise gegründet. Man besehe sich das DDR-Fernsehen der Wendezeit. Es half nichts mehr. Es war zu spät.

Nun werden sie rasend, zensieren drauflos, treten bezüglich der Meinungsfreiheit die Gesetze mit Füßen, stellen politische Ansichten unter Strafe, reaktivieren den Majestätsbeleidigungs-Paragrafen auf Teufel komm raus und gebärden sich von Tag zu Tag mehr als Autokraten, die natürlich – wie alle Putschisten – mit dem Messer zwischen den Zähnen kämpfen, um „die Demokratie zu retten“.

Nota bene – wir sprechen hier von einer „repräsentativen“ Demokratie, in welchem das Wahlvolk nur alle vier Jahre die Möglichkeit besitzt, mit einem Kreuzerl auf dem Wahlzettel seinem Wunsch nach einer bestimmten politischen Richtung Ausdruck zu verleihen, der sofort nach der Wahl von den gewählten Entscheidungsträgern verworfen und ad absurdum geführt wird.

Friedrich Merz blieb dem deutschen Volk den letzten Beweis nicht schuldig, dass diese Demokratie bereits de facto abgeschafft wurde.
Was also bleibt? Es bleiben Politiker der etablierten Parteien, die um ihren Pfründe ringen. Es bleibt eine korrumpierte staatliche Medienlandschaft, der kein Aas mehr vertraut und es bleibt die Angst vor einer chaotischen Zukunft, welche den letzten Wohlstand der Menschen in einem Lande auffrisst, das einstmals zu denen reichsten Ländern der Welt zählte.

Doch trösten wir uns: Gestatten wir unseren allerseits bekannten einheimischen Kriegstreibern noch lange, den Bären auf die Palme zu bringen, dann bleibt mutmaßlich nicht einmal mehr das.

Dann können wir mit Tucholsky sagen: „Der Rest ist Schweigen!“

33. Volumen

©B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003

16.06.2026