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Warum steht die Industrie nicht auf?

 

Politik ist Überzeugungsarbeit und Kompromißbereitschaft - selbst in Autokratien und Diktaturen. Schaffen es der gewählte Anführer oder der Diktator nicht, die Leute auf Dauer hinter sich zu versammeln, ihnen die in Aussicht gestellte Beute oder den versprochenen Profit zu übergebben, verlieren sie ganz schnell ihre Machtbasis.

Dieser Macht-Verlust kann noch eine kleine Weile mit rigorosen Maßnahmen, Überwachung, Repression und Befehlen ausgeglichen werden. Die Geschichte lehrt jedoch, dass das Ende dieses Kartenhauses in seiner Unabänderlichkeit einem Naturgesetz gleichkommt.



Don M. Barbagrigia. Havelsee. Warum lässt sich die deutsche Industrie von den pseudolinks-grünen-woken Spinnern und deren assimilierter CDU ruinieren? Warum wehren die sich nicht? Warum steht die deutsche Industrie nicht endlich auf?

Schrieb nicht schon Karl Marx:

„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren.“

Marx kannte das Kapital bis in dessen Innerstes. Diese Analyse ist ebenfalls über jeden Zwiefel erhaben.

Warum also kämpfen die Vertreter der deutschen Wirtschaft nicht um ihre Energie- und Rohstoffbezugsquellen, sowie um ihre Absatzmärkte in Russland? Warum lassen sie sich von Ideologen und Kriegstreibern so gnadenlos das Fell über die Ohren ziehen? Warum duldet der deutsche Mittelstand eine Marie-Agnes Strack-Zimmermann noch in den Reihen der FDP?
Die Antwort ist vielschichtig.

Die Wirtschaftszweige, die mächtig und solvent genug sind, sich das leisten zu können, wandern ins Ausland ab und schließen ihre hiesigen Produktionslinien. Die Globalisierung, die sich Karl Marx so sehr für sein geliebtes Proletariat gewünscht hat, … das Kapital hat sie längst umgesetzt!

Das gewichtige Argument, dass Deutschland eine hervorragende Infrastruktur vorhalte und mit Rechtssicherheit punkten könne und eben keine Bananenrepublik ist, wird von der Bundesregierung jeden Tag mehr vaporisiert.

Die Straßen und Brücken zerfallen und das Einzige, was wuchert und proliferiert wie Unkraut oder Leberkrebs sind die deutsche Bürokratie und die Steuer- und Abgabenbelastung.

Es ist wie mit den einzelnen Menschen: Wer es sich leisten kann, zieht in Länder, deren Regierungen nicht dem Wahnsinn verfallen sind und bringt sich in Sicherheit. Die armen Teufel aber sind zum Bleiben, zum Aus- und Durchhalten gezwungen.

So denn auch die kleinen und mittelständischen Unternehmer, die Handwerksbetriebe, die Dienstleister, die ja gar nicht wegkönnen. Ihre Existenz ist unabdingbar auf den deutschen Markt ausgerichtet. Wo soll denn ein kleiner Zulieferer für einen Automobilkonzern hin, dessen Schwerpunkt beispielsweise nach Malaysia verlagert wurde? Soll er auch nach Kuala Lumpur ziehen? Mit welchem Kapital denn, wenn ihn der deutsche Fiskus und die Sozialabgabenlast jetzt schon an die Grenzen seines Kreditrahmens bringen? Große Konzerne rekrutieren ihre Manager und ihr Personal oft vor Ort – desgleichen die Zulieferer. Anderer Mütter Söhne können auch Brötchen backen!

Das heißt, so ein kleiner Zulieferer würde in ein besetztes Marktsegment als sehr unliebsame und zumal von außen kommende Konkurrenz hereinstoßen und hätte alsbald nicht nur Ärger mit seinen einheimischen Mitbewerbern, sondern auch mit den oftmals nur allzu korrupten Behörden vor Ort.

Um ein Vielfaches potenziert gälte das für kleine Einzelunternehmer oder Handwerker.

So etwas geht nur in seltenen Fällen gut.

Den zum Bleiben Verdammten bleibt nur das zähneknirschende Gebet, dass die Apokalypse bald ein Ende finden möge.

Vor der Globalisierung war das anders. Als auch die großen Konzerne kaum eine Chance hatten, über die Reichsgrenzen hinaus auszuweichen, dirigierten sie die Regierung. John Heartfield hat das mit seiner berühmten Collage „Millionen stehen hinter mir“ auf den Punkt gebracht.

Doch es tut sich was: Meldungen werden laut, dass erste Unternehmen, die in Russland ansässig waren, langsam, aber sicher aufbegehren und sich der Sanktionspolitik nicht länger beugen wollen.

Am St. Petersburger Wirtschaftsforum nahmen nunmehr wieder erste Vertreter der europäischen Wirtschaft teil.

Das ist ein klares Signal, dass die Wirtschaft die Faxen dicke hat. Sie haben sicher bereits vor vielen anderen begriffen, dass dieser Hasardeurs-Ritt von Flintenuschi und ihren Getreuen nur dazu führte, dass sie ihre Claims an die Konkurrenz aus dem fernen Osen abgeben mussten. Ihre Verluste belaufen sich bereits auf Abermilliarden – für nichts und wieder nichts!

Die Hoffnung, zum Ausgleich wenigstens in der Ukraine einen Fuß in die Tür zu bekommen, schmilzt dahin wie der Schnee in der Sonne. Dort haben bereits die Yankees ihre Pflöcke eingeschlagen, wie sie ja aus beinahe jedem Kriege ihren Dollar zu ziehen verstehen … siehe oben.

Kein realistisch denkender Wirtschaftsvertreter ist so blauäugig anzunehmen, dass die Yankees auch nur einen einzigen Dime abgeben oder auch nur einen einzigen Quarter teilen werden. Schon immer lassen sich die Yankees jede einzelne Patrone bezahlen!

Es ist schlimm genug, dass die europäischen Unternehmen nunmehr gezwungen sind, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Dieses Unterfangen dürfte den Gegenwert des bisherigen Verlustes noch einmal locker verdreifachen.

Predigt der Preußische Landbote nicht seit jeher, dass Dummheit der bei weitem teuerste Luxus ist, den sich Menschen leisten können? Hier haben wir die Bestätigung in Mark und Pfennig.

Wer sich weltfremden Ideologen, Narren und Phantasten auf Gedeih und Verderb ausliefert, bezahlt für diese existentielle Fehlentscheidung einen enormen Preis.

Niemand sollte so töricht sein anzunehmen, dass er eine Erstattung von seinen falschen Propheten mit Erfolg einfordern kann. Das hat noch nie geklappt. Und wie auch?

Viele dieser üblen Zeitgenossen stopfen sich zwar über ihre Diäten und andere Einnahmequellen die eigenen Taschen voll – aber um diesen Schaden zu bezahlen, den sie verursacht haben, reicht es nicht mal ansatzweise, selbst wenn sie alle gemeinsam in die Pflicht genommen würden.

Die Werte sind futsch! Ein für alle Mal!

Sollten die Russen entsprechend der Schalmeientöne ihres Zaren, der sehr genau weiß, mit welchen frommen Adressen er den erratischen Einheitsblock in Brüssel aufsprengen kann, sich konziliant und versöhnlich zeigen, wird ein Neuanfang in Russland nicht vom Status quo ante ausgehend zu bewerkstelligen sein.

Die Russen diktieren dann die Bedingungen und die Preise, welche aller Wahrscheinlichkeit nach keineswegs mehr so komfortable Margen und Profite in Aussicht stellen werden, wie vor dem Krieg. Wer kann es ihnen verdenken! Vae victis!

Die offizielle Präsenz in Leningrad aber war der erste Dammbruch. Jetzt wird es kein Halten mehr geben, denn – wie schon der Genosse Generalsekretär Gorbatschow im übertragenen Sinne sagte: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“!

Natürlich haben die kleinen und mittelständischen, sowie die Einzelunternehmen noch immer eine Chance des passiven Widerstands, den sie auch weidlich nutzen werden, wie das so aussieht: Sie werden die AfD unterstützen mit allem, was sie haben.

Die Blauen versprechen einen rationalen Wiederannäherungskurs an Russland mit der damit verbundenen Öffnung der Märkte und einem erneuten Zugang zu den bezahlbaren Energielieferungen. In diesem Punkte schätzen wir die Ultrarechten auch als sehr zuverlässig ein – denn die wissen ganz genau, woher das Geld für ihr Überleben kommt.

Wenn die europäische Bastion Deutschland fällt, dann wird es eng um die Brüsseler Bande, die außer einer zunehmenden Regulierungswut und einer Stärkung der Rüstungsindustrie nichts Positives, sondern nur Schaden angerichtet hat.

Das ist denen sehr wohl bewusst. Deshalb versuchen sie noch krampfhaft, jedweden Opponenten auf Linie zu bringen und fuchteln mit ihrem hohlen Argument von der Rettung einer Demokratie herum, die längst zu einer Mogelpackung verkommen ist, welche auf dem besten Wege zur DDR-Volkskammer ist, von der sie nur noch die unterschiedliche Benutzung der Wahlkabine trennt.

Was aber in dieser Demokratie für sie schiefläuft, versuchen die Machthaber ja mittlerweile mit einer Änderung von Wahlgesetzen zu korrigieren. Also unterscheiden sich nur die Mittel – das Ergebnis bleibt dasselbe: Das Wahlvolk so gezwungen werden, diejenigen zu wählen, welche sich so ungern per Votum von der Macht trennen wollen.

Das funktioniert nach der Devise: Solange der politische Gegner keine 150% der Stimmen auf sich vereinigen kann, bleibt er in der Opposition und wir herrschen weiter.

Das allerdings könnte der Wirtschaft nur recht sein – weniger Demokratie bedeutet für sie im Allgemeinen mehr Freiheit des Handelns. Das mag schlecht sein fürs einfache Volk, welchem so peu a peu alle Errungenschaften sehenden Auges durch die Finger rinnen – aber das Volk hätte es ja in der Hand gehabt auf dem Teppich zu bleiben und sich nicht in der Manier spätrömischer Dekadenz den Luxus zu leisten sich heillosen und durchgeknallten Schalksnarren auszuliefern.

Dabei kommt es jedoch darauf an, wer dem Volke die Freiheit beschneidet. Sind es Ideologen der „Wandlitz-Klasse“, dann geht die Wirtschaft trotz eines Werner Gilde vom ZIS Halle und einem Carl-Zeiß-Jena-Kombinat unweigerlich vor die Hunde.

Auch Diktatoren unterliegen der ständigen Versuchung, die Wirtschaft vor ihren persönlichen Karren zu spannen und somit zu gängeln.
Jetzt bezahlen alle: das Volk und die Wirtschaft. Denn der unbarmherzigste Gläubiger ist nicht einmal das deutsche Finanzamt, sondern … das Leben selbst!

Jetzt geht es nur noch um eine Eingrenzung des Schadens. „Land unter“ ist bereits. Viel Terrain ist auf lange Zeit verloren. Die Reparatur der Deichen wird mühsam und teuer.

Das ist nun mal so, wenn man mit vollem Einsatz aufs falsche Pferd setzt.

Hätte Deutschland beizeiten an seiner einst so verlässlichen Nibelungentreue zur Achse Berlin – Moskau festgehalten, wissend um die Ismay-Doktrin, dass Moskau herauszuhalten, Deutschland kleinzuhalten und die Yankee-Präsenz in Europa stabil zu halten ist; hätte Deutschland das Minsker Abkommen garantiert und nicht auf den toten Gaul Ukraine, diesem korrupten Bandera-Haufen, gesetzt, dann wäre Deutschland noch immer trotz idiotischer Flüchtlingspolitik seit 2015 und der COVID-Jahre eine mächtige, dominierende und ernstzunehmende Größe in der ersten Reihe internationaler Verhandlungstische und nicht in der zweiten Reihe schamhaft versteckt hinter Palmenwedeln und Blumentöpfen, nicht wahr, Herr Merz?

Hätte, hätte, Fahrradkette.

Stattdessen, unproduktiver Genderwahn, internationale Lachnummer, verlorene Absatzmärkte, enorme Steuerbelastung, marode Infrastruktur, siebzig Geschlechter, ungebremste Plünderung der Sozialkassen … ein einziges Tollhaus.

Deutschland braucht keinen Feind in Russland, solange es diese, seine eigene Regierung hat. Die richten das Land mehr zugrunde, als es die Russen je könnten.

Nun denn! Wir erinnern uns des Anblicks von Mütterchen Saale zu den Zeiten der größten DDR der ganzen Welt. Der Fluss war klinisch tot und nicht mehr zu sehen, weil auf seiner Oberfläche giftiger weißer Schaum schwamm, der von einem Ufer zum anderen reichte. Das war eine Folge verfehlter Umweltpolitik einer in ihren finanziellen Möglichkeiten erschöpften DDR.

Mütterchen Saale ist wieder sehr schön und ansehnlich. Man sieht, man kann bei entsprechendem Willen auch etwas total Vergiftetes wieder ins Reine bringen.

33. Volumen

©B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003

16.06.2026