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(P) B.
St. Fjøllfross Wann hat eine Stadt genug gelitten? Ich meine endgültig und für alle Zeiten! Reicht es nicht, daß man über die Stadt Brandenburg bis nach Bayern lacht und sie den Titel trägt: Paradebeispiel- für-alles, was-man-irgend-versauen-kann? Halberstadt weinte sich dem Vernehmen nach schon vor Jahren über Walter Rossing aus. Das hinderte die SVV, deren eines Mitglied schon mal seine Wähler als bißken behämmert deklarierte, mitnichten, trotzdem mit diesem Herrn zu paktieren und ihm auch noch Unsummen auf UNSERE Kosten in den Rachen zu schieben. Wer von den Stadtverordneten steht mit nur einem Heller aus der eigenen Tasche für den Mist ein, der da verbockt wurde? Brandenburg blutet aus: finanziell ist die Stadt am Boden und wer kann, haut ab. Was soll die Abwanderer halten? Die Aussicht auf den nächsten drögen Würfel auf dem Markt, schräg gegenüber dieses architektonischen Albtraums Stein- /St.Annenstraße? Aber da kommen ja jetzt viele Läden rein - die werden's schon bringen. Es spielt keine Rolle, daß die kleinen Händler in der Haupt- und Steinstraße um die nackte Existenz ringen. Jetzt wird geklotzt. Und wenn die neuen Konsumtempel erst blitzen und glitzern, dann werden die in der Stadt verbliebenen Rentner und die 21% Arbeitslosen ihre Reserven schon noch mobilisieren und in einem wahren Kaufrausch die banquerotte Kommune revitalisieren. Von allen umliegenden Dörfern wird man nach Brandenburg
eilen, der Schikane an den Wuster Schranken trotzend - um Rossings Krämerbude
zu stürmen! Und die Angebote erst! Sie werden die des ehemaligen
Brandenburger Karstadt-Ablegers toppen, daß den Leuten in Nah
und Fern keine Alternative mehr zu einem Einkauf in Brandenburg bleibt.
Und morgen ist Pflaumenpfingsten. Nimmt man
jedoch die Eisenbahn und verläßt sie am Hauptbahnhof (von
den anderen Brandenburger Bahnhöfen schweigen wir besser), dann
brüllt einem diese "Visitenkarte" der Stadt geradezu
entgegen: Fremder, Du hast dich verirrt! Spring zurück in den Zug
und verlasse ihn erst nach Erreichen der Zivilisation wieder! Die freie Presse hätte wahrhaft viel
zu tun, das Attribut Freiheit vehementer zu verteidigen. Eine gute Presse
muß in der Lage sein, Nieten im Nadelstreifen, wenn's nötig
ist, in die Versenkung zu schicken. Sie ist der Anwalt der Wähler
in der Legislaturperiode, die von den Möchtegern-Matadoren so gern
als Stimmvieh gesehen werden. Stimme abgeben und danach Schnauze halten.
Wer noch keinen Alzheimer hat, mag sich auch daran noch erinnern. |
1.Volumen |
© B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003 |